Die Piraten haben doch nur ein Thema, oder?

Ein paar Themen mehr sind es ja mittlerweile schon. Gemäss unserem Parteiprogramm sind mittlerweile schon sieben Bereiche in denen wir uns besonders stark machen:

  1. Privatsphäre und Datenschutz
  2. Transparenz des Staatswesens
  3. Zensur
  4. Infrastrukturmonopole und Patente
  5. Open Access
  6. Befreiung unserer Kultur (Urheberrecht)
  7. Mediale Gewalt und Jugendschutz

Das ist bei uns Piraten nämlich auch nicht anders als damals bei der Grünen oder auch bei der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei. Auch wir beginnen nun einmal mit unseren Kernthemen. Themen die, unserer Meinung nach, derzeit von der aktuellen Parteienlandschaft nur ungenügend vertreten werden. Und das, obwohl sie uns in unserem Alltag ständig betreffen.

Fragen zur PiratenparteiDas führt nun aber zu Fragen in Bezug auf die Gemeinderatsversammlungen. Was stimmt ein Pirat eigentlich ab, wenn es gerade einmal nicht um Überwachungskameras oder den Jugendschutz geht? Sind die Piratenthemen nicht eher National als Lokal?

Genau das haben wir im Forum diskutiert, als wir uns dazu entschlossen für den Grossen Gemeinderat in Winterthur eine Liste auf die Beine zu stellen. Zur ersten Frage haben wir beschlossen, dass die Kandidaten grundsätzlich nach Ihrem besten Wissen und Gewissen entscheiden, aber die Möglichkeit an den Stammtischen bieten mit den Mitpiraten über die Traktanden zu diskutieren und sich bei überzeugenden, sachlichen Argumenten allenfalls umstimmen zu lassen. Darum ist es auch so wichtig, dass man nach gucken kann, welche Meinungen wir Kandidaten zu den „klassischen“ politischen Themen haben. Links-Rechts ist natürlich dazu zu eindimensional, den Smartspider von Smartvote finde ich da viel besser.

Zur zweiten Frage: Natürlich sind die meisten unserer Anliegen eher National, als Lokal durchsetzbar. Trotzdem möchten wir nun erst einmal ganz klein, auf der untersten demokratischen Ebene anfangen. Einerseits werden wir so viele wertvolle Erfahrungen sammeln können (Unterschriften sammeln, Standaktionen, aktive Teilnahme an Ratsverhandlungen). Andererseits ist es auch ein Zeichen, dass es uns wirklich ernst ist. Wir sind hier um zu bleiben und wir wollen überall präsent sein. Wir möchten eine neue Generation von Schweizern für die Demokratie begeistern und Ihnen Gehör verschaffen.

Wie viele andere auch, habe ich oft den Eindruck, dass in unseren Regierungen nur die sprichwörtlichen „alten Männer mit Kugelschreibern“ sitzen. Leute die noch komplett offline aufgewachsen sind. Die keine Ahnung von Netiquette haben, von der Gesprächskultur die sich in den Netzen etabliert hat. Ich sehe oft nur sinnlose Flamewars zwischen den etablierten Parteien.

Die Antwort auf solche Anwürfe ist stets, „dann macht doch selber mit“. Die Piratenpartei ist ein Versuch, genau das zu tun. Ich bin überzeugt, dass die Piratenpartei eine Chance hat. Der Leidensdruck ist gross genug und es gibt mittlerweile eine breite Schicht „digital natives“. Leute wie ich, die täglich das Internet und andere moderne Kommunikationsformen nutzen. Lasst uns beweisen, dass auch unsere Generation etwas zur Demokratie beitragen kann.